Was will dieser Akademiker-Verband des CV?
In diesem Akademikerverband, der den Namen Cartellverband (CV) trägt und in Deutschland rund 30.000 Mitglieder hat, geht man davon aus, dass ein katholisch gelebtes Christentum eine vernünftige und sinnvolle Lebensbasis ist, auf der ein sinnvolles Leben aufgebaut werden kann. Die Mitglieder wollen als praktizierende Christen ihren Glauben nicht verstecken, sondern sie wollen ihren Glauben in der Familie und im Beruf, in der Gesellschaft und in der Politik, in der Pfarr- und Wohngemeinde leben und verwirklichen. Diese Ziele und Ideale kann man zwar auch alleine angehen und vielleicht auch erreichen. Der CV als Dachverband und wir in unserer Verbindung sind jedoch davon überzeugt, dass diese Ziele und Ideale in einer Gemeinschaft leichter und besser zu erreichen und zu verwirklichen sind. Wir sind als "Katholische Studentenverbindung" keine elitäre Vereinigung. Wir erheben uns über niemanden, aber wir verstehen uns als Mitglied im CV als eine exklusive Verbindung. Dies bedeutet: Wir nehmen nicht jeden in unsere Reihen auf. Wer zu uns will, soll auch zu uns passen. Darum muss sich jeder an unseren vier Zielen, an unseren vier Idealen, an unseren vier Prinzipien "reiben" und messen, wenn er zu uns gehören will und muss sich mit unseren Vorstellungen identifizieren.
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1. Religio
Wir wollen aus dem Christlichen Glauben heraus unser Leben gestalten. Wir versuchen als katholische Studenten und als Akademiker den christlichen Forderungen: nach Frieden, Gerechtigkeit, sozialem Ausgleich und Toleranz u.a. in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft und in der Freizeit gerecht zu werden. Wir lehnen jede Form von Rassismus und Extremismus ab. Wir setzen uns auf der Basis des christlichen Menschenbildes für jegliches Leben ein, auch für ungeborenes, altes und behindertes Leben. Diesem Menschenbild widerspricht auch ein Zweikampf mit der Waffe, wie er bei "schlagenden Verbindungen" üblich ist. Die Umsetzung unseres katholischen Glaubens erfolgt in kritischer Auseinandersetzung im täglichen Umgang, wie in gemeinsamen Gottesdiensten, als auch in Gesprächen und Vorträgen und nach Möglichkeit durch ein Engagement in katholischen Gremien. Dies nennen wir unser "Religio-Prinzip" - und auf diesem grundlegenden Erstprinzip bauen alle drei weiteren Zielsetzungen auf.
2. Scientia
Wir wollen unser Studium ernst nehmen und es erfolgreich abschließen. Hierbei ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns gegenseitig nach Möglichkeit unterstützen, um erreichbare Ressourcen und Potentiale ausschöpfen zu können. Unser alltägliches Ziel ist es, immer gute Arbeit zu leisten und durch ständiges Hinterfragen des vielschichtigen Alltagsgeschehens nach der Wahrheit zu streben. Wissenschaftliche Forschung und konkret Machbares muss auch immer ethisch vertretbar sein und mit unserem Glauben übereinstimmen. Durch Vorträge, Diskussionen, gemeinsame Besichtigungen und sonstige kulturelle Veranstaltungen bieten wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit, über den Tellerrand der eigenen Fakultät hinaus zu schauen und so eine Weitsicht zu erreichen, die im Alleingang selten möglich ist. Dies bezeichnen wir als unser "Scientia-Prinzip", als unser zweites Prinzip.
3. Patria
Wir wollen während der Studienzeit und/oder später im Leben auch politisch Verantwortung übernehmen und für Frieden, Gerechtigkeit, sozialen Ausgleich und Toleranz unter den Mitmenschen und Völkern eintreten. Dies ist im späteren Leben auf den Ebenen der Pfarrgemeinde, in Vereinen und Organisationen, im Berufsleben als auch in Parteien möglich. Diese Ziele in unserem Sinne zu verwirklichen, sehen wir nur dann als besser erreichbar an, wenn wir auf der Basis eines freiheitlichdemokratischen und sozialen Rechtsstaates auf der Grundlage eines Grundgesetzes, wie das unsrige, agieren können. Aus diesem Grunde bejahen wir unsere derzeitige deutsche Staatsform und vertreten die Meinung, dass unser Staat es wert ist, sich sowohl für ihn einzusetzen als ihn auch zu verbessern. Wir erteilen an jeglichen Radikalismus von rechts oder von links eine klare Absage und treten für ein vereintes Europa freier Völker ein. Wir, die K.D.St.V. Rhenania-Moguntia zu Mainz im Cartellverband, ist wie alle im CV befindlichen Studentenverbindungen überparteilich; dennoch sind wir als Einzelmitglieder keinesfalls unpolitisch. Als Verbindung unterstützen wir persönliche Aktivitäten auf der Ebene studentischer Mitbestimmungsgremien innerhalb der Universität. Diese Darstellung verdeutlicht unser "Patria-Prinzip" als drittes Prinzip.
4. Amicitia
In unserer heutigen Zeit entwickeln sich durch Isolation häufig unbemerkt Egoismus und Hand in Hand damit auch unsoziales Denken. Gemeinschaftsleben und Freundschaftsverhältnisse fördern dagegen soziales Denken, soziales Engagement und vermindern die Gefahr eines zu stark ausgeprägten egoistischen Lebenstiles. Wir sind der Meinung, dass die unter 1 bis 3 vorangestellten Ziele und Ideale durch ein Gemeinschaftsleben und durch ein gemeinsames Engagement besser erreicht werden. Aus diesem Grunde geben wir der Pflege eines Gemeinschaftslebens und der Förderung von Freundschaftsverhältnissen gegenüber einem ungebundenen Studentenleben den Vorrang. Eine Gemeinschaft, in die man erfolgreich Zeit und Engagement einbringt, ist es auch wert, dass sie bei Beendigung des Studiums nicht aufgegeben oder aufgelöst wird. Aus diesem Grunde sehen wir es als sinnvolle Pflicht an, unserer Verbindung auch im späteren Leben treu zu bleiben und sie weiterhin zu unterstützen. Echte Freundschaften und viele schöne Stunden sind der Lohn für diese "freundschaftliche studentische Freizeitgestaltung", die einem gleichzeitig viele Möglichkeiten bietet, viele vorberufliche Erfahrungen zu sammeln und persönliche Führungsqualitäten zu entwickeln. Dies nennen wir unser "Amicitia-Prinzip", was unser viertes Prinzip ist.
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